KStA: Leserbriefe vom 05.10.2016

Autobahnkreuz Leverkusen

In der aktuellen Ausgabe finden sich erneut eine ganze Reihe von Leserbriefen rund um den Themenbereich Kombilösung und Rheinbrücke. Wie man sieht, gewinnt das Thema in den Köpfen der Leverkusener doch mehr und mehr an Bedeutung.
Auch die Politik wird diese Stimmen aus der Bevölkerung auf Dauer nicht ignorieren können. Andernfalls wird spätestens bei der nächsten Wahl die Quittung folgen. Es ist daher wünschenswert, wenn sich noch deutlich mehr Bürger öffentlich Stellung beziehen, sei es mit Leserbriefen, Briefen oder direkten Gesprächen mit/an Bürgermeister oder Stadtratsmitglieder oder auch bei Facebook.
Am Ende werden wir uns sonst den Vorwurf, auch von unseren Kindern, gefallen lassen müssen „Wieso habt Ihr damals nichts gesagt, wieso habt Ihr Euch nicht gewehrt???“

 

EIN BENEHMEN WIE FÜNFTKLÄSSLER

STADTRATSSITZUNG Zu „Die Bürgerliste ausgelacht“ vom 28. September

Schoofs-BashingPeter Ippolito von der SPD kann sich also nicht erklären, wie denn die ganzen Autos von der A 3 unter die Erde in den großen Tunnel für die A 1 kommen. Wohl so, wie überall auf der Welt Autos von über der Erde unter die Erde kommen. Indem sie nämlich eine Rampe benutzen. Auch beim vom Leverkusener Stadtrat so heiß geliebten kleinen Tunnel werden die Fahrzeuge solche Rampen benutzen, da besteht doch kein Unterschied.
Es ist doch eine Selbstverständlichkeit, dass der große Tunnel entsprechende Abbiegespuren bekommt, um alle Verkehrsbeziehungen aufrechtzuerhalten. Ich bin entsetzt über diesen Stadtrat. Da wird gemeckert, dass die A 59 und damit Rheindorf nicht an die A 3 angebunden sei. Das Betondenken ist offenbar so massiv, dass es den gewählten Volksvertretern nicht vorstellbar erscheint, Rheindorfer Bürgern die Anbindung an die A 3 über die A 542 zuzumuten. Für die Rheindorfer, die auf der A 3 in Richtung Oberhausen wollen, ist diese Anbindung viel sinnvoller. Aber nein, der Rheindorfer muss mit seinem Fetisch Auto auf einer Stelze mitten durch die Stadt gondeln können.
Liebe gewählte Volksvertreter, euer ganzes Schoofs-Bashing mit Schenkelklopfen und anderen Heiterkeiten ändert nichts daran, dass die Kombinationslösung die einzige Variante der A-1-Rheinquerung ist, die eine Öffnung der Altlast Dhünnaue verhindert und einen jahrelangen Dauerstau in der Stadt vermeidet. Aber solange die gewählten Volksvertreter einzig dem Fetisch Auto huldigen, werden sie diese Vorteile nicht verstehen.
Warum fordern die gewählten Volksvertreter im Rat der Stadt Leverkusen nicht Straßen NRW auf, diese Kombinationslösung unter laufendem Verkehr und unter Aufrechterhaltung aller Verkehrsbeziehungen einmal vorurteilsfrei zu planen? Die fähigen Ingenieure, die sich ja auch zutrauen, beim Öffnen der Altlast Dhünnaue „den Zufall zu beherrschen“, werden uns dann sicher

ganz pfiffige Lösungen präsentieren, damit alle Autofahrer zufrieden sind. Es ist doch so einfach: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Detlef Stoller, Leverkusen
ABER ANTRÄGE ABKUPFERN
Es ist egal, ob die Ideen von Herrn Schoofs funktionieren oder nicht. Dann muss eben darüber diskutiert werden, bis es funktioniert. So sollte es in einer demokratischen Stadtratssitzung
vonstatten gehen. Was hier passiert ist, hat mit Demokratie nichts zu tun. Einen Vortrag durch ständiges Lachen und Gejohle zu stören ist fehl am Platze. Dieses Verhalten entspricht dem Niveau
von Schülern aus der 5. Klasse. Im übrigen ist der Antrag der Grünen, den Neulandpark vor Autobahnlärm zu schützen, nicht der erste, der vorher von der Bürgerliste kam und abgelehnt
worden ist und dann später mit leichten Veränderungen durch andere Parteien, im Stadtrat angenommen wurde.
Günther Schelwat, Leverkusen

BESCHÄMENDES VERHALTEN

Wenn erwachsene Menschen sich unter dem Schutz der Gruppe trauen, einen Einzelnen kollektiv zu beleidigen, ihn zu beschimpfen, ihn auszulachen – immer und immer wieder – dann denkt man nicht unbedingt an eine Ratssitzung in Leverkusen. Leider ist das genau so geschehen und jeder, der möchte, kann sich ein eigenes Bild davon machen. Die Ratssitzung wurde per Video aufgenommen und ins Netz gestellt. Es ist beschämend, welches Verhalten die Herren Ippolito (SPD), Schönberger (CDU) und Co. an den Tag legen und wer so alles auf den Zug aufspringt oder wer einfach nur stillschweigend zuschaut. Ich für meinen Teil werde diese Politiker nicht mehr unterstützen. Moral und Anstand sind Werte, die ich erwarte – auch in der Politik. Vielleicht mal drüber nachdenken – schließlich sind bald ja wieder Wahlen!
Andrea Kittel, Leverkusen
SPENDABLEM MINISTER UNDANKBAR
RHEINBRÜCKE Zu „Sperre erfüllt sofort ihren Zweck“ vom 30. September
Es ist nicht zu glauben. Da kommt unser hoch geschätzter Verkehrsminister Groschek nach Leverkusen, um die neue Autobahnbrücken-Sperranlage für Lkw einzuweihen und keiner geht hin.
Weder Bürger noch offizielle Stadtvertreter. Dabei meint er es doch so gut mit Leverkusen. Will 740 Millionen Euro für die neue Brücke ausgeben. Pardon, er spendiert ja gleich zwei Brücken mit je sechs Fahrspuren und weiteren Standspuren. So etwas Großzügiges gibt es sonst nirgends. Und genauso großzügig geht es auf zwei Megastelzen quer durch das Stadtgebiet. 150 000 Autos, davon 20 000 Lkw, lassen dann täglich glücklich dahin gleitend Feinstäube, Abgase und Lärm auf die hoffentlich darüber auch glücklichen Leverkusener herunterrieseln.
Da steht also der Verkehrsminister oben auf der Bayer-Giftmülldeponie, um das Startzeichen – Daumen runter – für die grandiose neue Sperranlage zu geben. Kein roter Teppich ist ausgerollt, kein Oberbürgermeister oder wenigstens einer seiner vielen Stellvertreter hofieren ihn, er ist extrem traurig. „Das Wort Leverkusen kommt in den Redemanuskripten von Michael Groschek und Gisela Walsken (Kölner Regierungspräsidentin) nicht vor.“ Ach so!? Könnte es sein, dass ihn nur die Fernstraße, nicht aber die Stadt, durch die dieses Monstrum gebaut werden soll und seine dort
wohnenden 165 000 Menschen interessieren? Dass es egal ist, wie sie leben, von den Emissionen krank werden und vielleicht auch daran sterben? Dass ein Rheintunnel das alles vermeiden könnte?
Es ist auch nicht zu glauben, dass die Leverkusener Bürger das Genehmigungsverfahren nicht glücklich befürworten, sondern Einwendungen dagegen erheben und hierbei die Gesundheit ihrer Kinder und Enkelkinder im Mund führen, die möglicherweise noch nicht einmal geboren sind.
Immo Filzek, Leverkusen

2 Comments

  1. Raimond Schmahl sagt:

    Die Aufsehen erregenden Aussagen des Lungenfacharztes Dr. Mülleneisen zur sich verschlechternden Luftqualität in unserer Stadt machen deutlich, dass ein lebens-wertes Leverkusen in Zukunft zunächst einmal mehr von reduziertem Autoverkehr und weitsichtiger Infrastrukturplanung abhängt als vornehmlich von einem gutem Kulturangebot.

    Hier fehlt es in bürgerlichen Kreisen Leverkusens offensichtlich an Einsicht in Zusammenhänge, erklärt aber auch die Uneinigkeit und den fehlenden Kampfeswillen der Bevölkerung gegen den für alle ruinösen Autobahnausbau in der Mitte unserer Stadt.

    Für Leverkusen kann es nicht die Lösung sein, sich in Petitionen vornehm für den Erhalt des Kunstmuseums Morsbroichs – ohne wenn und aber – auszusprechen und darüber aber den großen Zusammenhang von einem erträglichen, nachhaltigen Leben in einer Großstadt auszublenden!

    In dieser für die Stadt drängenden Zukunftsfrage:
    Wo sind die Stimmen und das Engagement Prominenter in unserer Stadt, die öffentlich Bereitschaft zeigen, Stadtökologie und -kultur zusammenzudenken und damit dem Protest gegen das „Stelzen-Monster“ in Leverkusen endlich bundesweit ein Gesicht zu geben?

  2. Erhard Schoofs sagt:

    Bitte die Kinder, die Fünftklässler, nicht beleidigen ! Die Kinder sind einfach in dem Alter lebendig und unruhig. Die Ratsversammlung , also erwachsene Menschen, war bösartig und bewusst verletzend. Dazu wieder einmal ein überforderter Oberbürgermeister, der dies als Versammlungsleiter alles geschehen ließ, und hilflos auch die übelsten Beleidigungen durchgehen ließ.

    Ich habe solch üble Machenschaften mit meinen 76 Jahren und meiner rund vierzigjährigen Mitgliedschaft im Rat unserer Stadt noch nie erlebt.

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