RP: Heftige Kritik an Bayer und Stadt

Rolf Kraneis, der engagierte Autobahn-Fachmann aus der Waldsiedlung, zeigte sich gestern enttäuscht von den Beratungen des Stadtrates in Sachen A1 und Rheinbrückenbau. Der Leverkusener begleitet schon lange die Planungen der Autobahnbehörde Straßen.NRW und bemängelt deren Ideen. Gleichzeitig kritisierte Kraneis gestern das Vorgehen des Landtags-Verkehrsausschusses.

Kraneis schrieb unserer Redaktion: „Der Landtagsausschuss zeigte sich zufrieden (mit den Berichten der Autobahnbehörde zu den Rheinbrückenplänen/Eingriffen in die Giftmülldeponie, die Red.), weil er entweder offenbar nach dem 3-Affen-Prinzip nichts wissen wollte oder einfach in dieser Sache unqualifiziert besetzt war. Er hätte ja mal die ihm sicherlich bekannten Kritiker mit zur Anhörung laden können, um sich ein echtes Bild machen zu können“, schrieb Kraneis. Und: „Zwischenzeitlich, das zeigte sich am Montag in der Behandlung des Themas in der Ratssitzung der Stadt Leverkusen, schält sich das seit 2013 offenbar verfolgte, eigentliche Planungsziel heraus: Die Vergesellschaftung der Bayer-Giftmüllablagerungen im Einvernehmen von Bayer AG mit Stadt und Land NRW.“

Oberbürgermeister Uwe Richrath betonte am Montag im Stadtrat: „Ich nehme die Sorgen der Leverkusener insbesondere zum Eingriff in die Altdeponie Dhünnaue wahr und ernst.“ Der SPD-Mann unterstrich: „Bei allen sich bietenden Gelegenheiten sensibilisiere ich die Entscheider.“ Richrath meint damit speziell die Forderung der Stadtpolitik, dass im Bereich Küppersteg die A1 in einen Tunnel verlegt werden müsse. Richrath erinnerte daran, dass die Brückenplaner nie die geplanten Eingriffe in die alte Bayer-Stadt-Giftmülldeponie verschwiegen hätten. Die Stadt habe den Bau der Doppelbrücke auch nicht abgelehnt, aber zahlreiche Bedenken, Anregungen und Hinweise an die Genehmigungsbehörde geschickt.

Diesen Einwendungen habe der Stadtrat einstimmig zugestimmt (Die Bürgerliste mit einer Einschränkung). Richrath fordert aber jetzt von Straßen.NRW „größtmögliche Transparenz, bestmögliche Kommunikation und bestmögliche Lösungen“ in Sachen Deponie. (RP/Ulrich Schütz)

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