Leserbrief: Ein ganz persönlicher Eindruck zur heutigen Ratssitzung (19.12.16)

Die vielen Bürger in Leverkusen und der Region, mit denen ich in den letzten Wochen ins Gespräch kam, dazu Handwerksbetriebe, Unternehmer, Dienstleister und Rettungsdienste sowie Transfernutzer sind vermutlich ALLE daran interessiert, eine zügige und moderne Infrastruktur zu erhalten, sie sind auch NICHT gegen den Industriestandort – sie sind jedoch eindeutig FÜR eine Verkehrslösung, die das gesundheitliche Wohl eines jeden Einzelnen in den Vordergrund stellt und Sie und ihre Kinder vor allem nicht leichtsinnig und im höchsten Maße gefährdet.

Ich war heute in der Ratssitzung und bin fassungslos, wie weit weg die Vertreter von den Bürgern der Stadt Leverkusen sind, anstatt an ihrer Seite zu stehen und alles für die ihnen anvertrauten Menschen zu tun. Entsetzen auch über den undisziplinierten Zustand im Stadtparlament. Dieses besteht anscheinend aus überwiegend ahnungslosen, überheblichen über uns entscheidenden Ratsmitgliedern. Wer sich in diesen Reihen z.B. nach Beiträgen der Bürgerliste jeweils mit einer eigens dazu mitgeführten Elektronik „tätä-tätä-tätä“ karnevalsmäßig und zudem unbehelligt äußern kann, beweist weder den erwünschten Sachverstand noch soziale Verträglichkeit und keinerlei Vertrauenswürdigkeit.

Es wäre auch zu überlegen, ob man diesen entscheidungsträchtigen Saal zeitgleich zur Kantine deklariert, damit der unablässige und bei bestimmten Rednern urplötzlich ausufernde Bedarf an Kaffee, Wasser oder belegten Brötchen ohne Verlust an wichtigen Informationen erfolgen kann. Dann würden evtl. auch weniger Defizite vorliegen, die zu solch unglaublichen Entscheidungen führen wie heute. Wer sich zu einem solchen Termin nicht fundiert vorbereitet oder durch unverhältnismäßig kurzfristig erhaltene Mammutpakete relevanter Schriften nicht vorbereiten kann, alternative Vorschläge von vorneherein bewusst verweigert und nicht einmal einer Prüfung unterziehen will, selbst aktuelle Aufdeckungen zur größten Giftmülldeponie ignoriert, der handelt m. E. leichtsinnig bis fahrlässig mit seinen Entscheidungen über das Leben aller Menschen in der Stadt und der Region.

Ich empfehle jedem interessierten Bürger, sich eine solche Vorstellung einmal zu gönnen, auch wenn es eine solch existenziell entscheidende nicht so schnell wieder geben wird. Vorsicht, es fällt sehr schwer, sich selbst zu disziplinieren, wenn man DAS unmittelbar erlebt. Als Bürgerin der Stadt Leverkusen fühle ich mich nun noch weniger als Mittelpunkt der eidesstattlich zugesicherten Fürsorge, somit weder ernstgenommen oder gar vertreten durch den Großteil dieser eher beschämenden denn verantwortlich handelnden Versammlung – mit ganz wenigen Ausnahmen.

Wer dann auch noch über eine Verantwortungsübergabe an die bedenkenlos agierende, sich selbst wiedersprechende, fehlinformierende, dem Land und seinen Ministern unterstellte Behörde Straßen.NRW nachdenkt, der entfernt sich nochmals von der unmittelbaren Nähe zum Bürger. Wer demnach in dieser Selbstgefälligkeit und Arroganz als Gremium verharrt und die einmalige Chance verpasst, ein beispielhaftes Denkmal für diese geschändete Stadt und vor allem seine betroffenen BürgerInnen für viele Generationen zu schaffen, der ist alles andere als fortschrittlich, modern und bürgernah. Er ist trotzig, altbacken, engstirnig und selbstgefällig und DAS wird sich dann tatsächlich nur negativ auswirken auf den Standort Leverkusen.

Nur eine ernstgenommene und gesunde Bevölkerung ist zufrieden(er) und kann entsprechend für sich selbst und die Gemeinschaft engagiert, erfolgreich und nachhaltig mitwirken. Haben die Ratsmitglieder je DARÜBER nachgedacht?

Die derart geschaffenen Beschlüsse von heute werden nachzulesen sein, deren Entstehung für mich jedoch nicht nachvollziehbar bleiben. Und deshalb werde ich mich weiter für eine alternative Lösung einsetzen.

Elke Fischer

2 Comments

  1. RHEINTUNNEL – aber flott!

  2. An Ja An Ja sagt:

    Da wird einem übel, das gewisse Leute nur ans Brötchen essen denken, ein unmögliches Verhalten haben und nur an ihre eigenen Vorteile denken, statt sich für das Wohl der Bürger einzusetzen. Einfach traurig. Können diese Leute sich noch in den Spiegel anschauen?

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