RP: Bürgerliste sieht Akten ein

Von Bauschutt bis hochgiftigen Chemieabfällen soll die Spannbreite der Ablagerungen auf der Deponie Dhünnaue reichen.

Nach seinen Angaben brisante Entdeckungen machte Erhard Schoofs (Bürgerliste), als er tagelang in den Verkehrsministerien von Land und Bund und bei der Autobahnbehörde Straßen.NRW Akteneinsicht nahm. Erste Ergebnisse präsentierte er jetzt. So heißt es in einem Schreiben von Straßen.NRW ans Bundesverkehrsministerium etwa: „Weder die Feinstaubproblematik noch die Lärmsituation und auch der Landschaftsschutz rechtfertigen aus Landessicht einen Tunnel.“

Zudem hat der Fraktionschef Karten aufgetan, aus denen hervorgeht, dass unter der Altlast Dhünnaue auf rund 20 Hektar weitere „besonders gefährliche Stoffe“ lagern sollen. Bäume, die dort gefällt wurden, hätten als verseuchte Altlast verbrannt werden müssen. Bisherige Prüfungen hätten Giftmüllkonzentrationen verschiedenen Materials ergeben. Würde man dort graben, bestehe die Gefahr, dass die Deponie ins Rutschen gerate und sich über die Autobahn ergießen könne, mahnte Schoofs. Und: Würde nicht für die A1-Brücke gegraben, könnte Currenta und Bayer ein Milliardengeschäft entgehen, erinnerte Schoofs an seine Theorie. Zum einen, weil alles, was aus der Deponie abgebaggert werde, im Chempark verbrannt werden solle: „Damit kann man locker knapp 200 Mio. Euro verdienen.“ Noch ein besseres Geschäft könne Bayer erzielen, wenn der eigene Müll auf Kosten der Steuerzahler entsorgt werde. Das sei möglich, da die Stadt das Recht, den Müll zu beseitigen, an Straßen.NRW abgetreten habe. Schoofs: „Sobald der erste Spatenstich in die Deponie erfolgt, haben Bayer und die Stadt den größten Teil der Altlasten auf Kosten der Steuerzahler entsorgt.“

Der Politiker vermutet dahinter die Ablehnung der von der Bürgerliste vorgeschlagenen Kombilösung. Dazu legte er ein durch Currenta-Chef Hilken und Chempark-Leiter Grigat unterzeichnetes Schreiben aus 2013 ans Bundesverkehrsministerium vor, in dem es heißt: „Eine Behinderung… unserer… Gefahrenguttransporte durch eine Tunnellösung im Verlauf der A1… würde sich negativ auf unsere Standorte auswirken. Im Interesse aller… Unternehmen bitten wir Sie daher, von einer derartigen Planung abzusehen.“ (kno)

1 Comment

  1. Bülent Er Bülent Er sagt:

    Die Bürger Leverkusens müssen sich die Frage stellen, ob sie sich komplett von Bayer erpressen lassen möchten oder ob es eines Tages nicht auch ohne Bayer ginge, inklusive Zugang zum Rhein.

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