RP: Karl Lauterbach über Neubau der A1 in Leverkusen „Präzedenzfall für die Gesundheitspolitik“

Karl Lauterbach ist im Wahlkampfmodus.

Bundestagskandidat Karl Lauterbach (SPD) hat sich erneut gegen den Neubau der A1-Stelze positioniert.

Karl Lauterbach ist im Wahlkampfmodus. © Uwe Miserius, rp-online.de

Karl Lauterbach war in seinem Element. Der Bundestagskandidat der SPD nutzte die Gelegenheit einer Veranstaltung der Bürgerinitiativen gegen den Neubau der Stelzenautobahn A1 auf dem Leverkusener Stadtgebiet. Dabei erklärte er ausführlich die gesundheitlichen Aspekte. Dieser Ansatz sollte doch ganz oben stehen. Bemerkungen der politischen Konkurrenz, wie den Hinweis von NRW-Verkehrsminister Wüst („Thema für ein Sommerloch“) bezeichnete Gesundheits-Professor Lauterbach als „eine primitive Äußerung“.

Während die Gegner bislang eher verkehrspolitische oder Umweltaspekte für ihren Widerstand anführten, stellte Professor Lauterbach eine gerade erst in den USA vorgestellte „umfangreiche und sehr wichtige“ Studie vor, die die gesundheitlichen Aspekte von Feinstaubbelastungen geradezu als dramatisch ausweist. „Wenn durch Leverkusen täglich 300.000 Autos über die beiden Autobahnen A1 und A3 fahren, dann kann die Lösung nur sein: zwei Tunnel.“

Die erst kürzlich in Harvard vorgestellte wissenschaftliche Arbeit, die die „Diskussion in den nächsten Jahren völlig verändern wird“ (Lauterbach) habe auch zu einem Umdenken bei ihm selbst geführt. Und dazu, dass der Sprecher der Bürgerinitiativen, Erhard T. Schoofs, und SPD-Mann Lauterbach nun einer Meinung sind.

Die Gesundheitskosten hätten bei den bisherigen Autobahnplänen keine Rolle gespielt, das müsse sich ändern. Das werde auch bei vielen anderen Verkehrsprojekten im Land immer wichtiger, weil die damit verbundenen Kosten für die Gesundheit bislang praktisch nie berücksichtigt worden seien. Was Mediziner und Wissenschaftler Lauterbach dem Publikum ausführlich darstellte: „Besonders Kinder und ältere Menschen müssen unter den Feinstaubbelastungen leiden.“

Seinen Zuhörern versprach Lauterbach: „Wenn ich wieder in den Bundestag komme, werde ich einen Entschließungsantrag gegen die bisherigen Pläne vorlegen.“ Schoofs nahm das auf und empfahl, zumindest die Erststimme für Lauterbach bei der Bundestagswahl abzugeben: „Wir vertrauen ihm.“

Wenn nur wenige Tage nach der Wahl das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Klagen der Initiativen verhandelt, sei – bei einem abschlägigen Urteil – damit noch kein grünes Licht für die Baumaßnahmen gegeben. Lauterbach spricht eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht an, eben weil über gesundheitliche Aspekte die Verwaltungsrichter nicht befinden können: „Leverkusen wird ein Präzedenzfall für die Gesundheitspolitik“, sagt Lauterbach voraus.

Quelle: RP/Siegfried Grass

1 Comment

  1. D.Müller sagt:

    Man hatte, bisher immer den Eindruck,als würde das Verkehrspolitische in Leverkusen keinen Interessierern. Am wenigsten die PolitikIch glaube, wir sind endlich auf dem richtigen Weg.Dank des Umdenkends von Herr Lauterbach. Dieser Mann ist ein Glücksfall für die Gesundheit unserer Kinder!

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