FR: Diesel Software-Updates reichen nicht

ARCHIV - Ein Dieselzapfhahn, aufgenommen am 31.07.2017 an einer Tankstelle bei Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg). (zu dpa: «Gesundheitsminister Lucha gegen Diesel-Fahrverbote" vom 16.08.2017) Foto: Marijan Murat/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die von den Herstellern angeboteten Software-Updates reduzieren den Stickoxidausstoß von Diesel-Fahrzeugen kaum, zeigen aktuelle Berechnungen. Es drohen weiterhin Fahrverbote.

Mit den geplanten Software-Updates sowie der Umtauschprämie lasse sich die Belastung der Luft höchstens um sechs Prozent senken, sagte Hendricks. Krautzberger sagte, dass ihre Fachleute bei der Berechnung bereits von „sehr, sehr optimistischen Szenarien“ ausgegangen seien. Die Ergebnisse seien gleichwohl „ernüchternd“. In fast 70 Städten werde voraussichtlich auch in Zukunft der Grenzwert von maximal 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid im Jahresmittel überschritten

Wie man dem Artikel der Frankfurter Rundschau entnehmen kann, weiß selbst das Bundesumweltministerium das Software-Updates bei Diesel praktisch keine Wirkung haben. Gegen teure technische Änderungen wehren sich die Hersteller jedoch nach wie vor, da sie Kosten nicht übernehmen wollen.

Aber selbst bei einer technischen Änderung ist fraglich ob diese die Probleme wirklich löst. Die Entwicklung bei Verbrennungsmotoren ist seit Jahren ausgereizt, große Entwicklungssprünge in Sachen Effizienz sind nicht mehr zu erwarten um bei Thema Abgasreinigung bewegt man sich am Rande des technisch Möglichen. Um die Effizienz zu steigern, hat bei die Einspritzdrücke erhöht, dadurch stieg der Feinstaubausstoß. Um diesen zu senken, erhöhte man die Verbrennungstemperaturen, was zu einem erhöhten Stickstoffdioxidausstoß führte. Diesen wiederum versucht man mit der aufwändigen Zuführung von Harnstoff (AdBlu) in den Griff zu bekommen. Aber auch dieser müsste regelmäßig nach einigen Tankfüllungen aufgefüllt werden und die Kosten vom Verbraucher getragen werden (aktuell kostet eine Füllung bei VW ca. 80 €).

Alle Ansprüche lassen sich kaum realisieren bzw. sind am Ende unwirtschaftlich. Daher sollte sich hier niemand auf eine Entspannung bei diesem Thema verlassen. Die Grenzwerte werden eher noch abgesenkt und Automobilhersteller werden die Probleme erst mit neuen Antriebskonzepten wie E-Autos in den Griff bekommen. Dies wird allerdings Jahre dauern.

Für Leverkusen drohen daher akut Klagen und damit auch Fahrverbote. Wollen wir nicht morgen unsere Autos stehen lassen müssen, während auch A1 und A3 weiter bis zu 300.000 Fahrzeuge durch unsere Stadt rollen, kann die Lösung nur eine möglichst lange Tunnellösung (Kombilösung) sein!

Software-Updates reichen nicht

Diesel Die von den Herstellern angeboteten Software-Updates reduzieren den Stickoxidausstoß von Diesel-Fahrzeugen kaum, zeigen aktuelle Berechnungen. Es drohen weiterhin Fahrverbote. Einen Monat vor der Bundestagswahl geraten Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und die deutsche Automobilindustrie wegen des Diesel-Skandals abermals in die Defensive.

 

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